Wir haben im März ziemlich spontan ein Ferienhaus in Dänemark gebucht. Damals war der Juli noch fern und wir haben uns nicht viele Gedanken gemacht, wie das mit einem Smart eigentlich gehen soll. Die meisten deutschen Urlauber nehmen ja ihren halben Hausstand mit nach Dänemark. Es wurden schon ganze Gefriertruhen auf Anhängern gesichtet. Ich war optimistisch „Der Kleine ist größer, als man denkt“.

Alle, die von unserem Plan erfuhren, lächelten milde und faselten etwas von Mietwagen, Anhänger oder Rucksack für den Smart. So blieb es die ganze Zeit bis zu unserer Abreise.

Als wir alles beisammen hatten, wurde mir schon etwas mulmig, die Liebste war sicher „Das passt nie alles ins Auto“. Glücklicherweise habe ich in meiner Jugend stundenlang Tetris auf dem Gameboy gespielt – es hat alles gepasst. Smart mit GepäckSmart mit Gepäck
Sogar das Kubb-Spiel konnte mit. Am Ende war sogar noch etwas Luft bis zum Dach, wir hätten also durchaus noch mehr einpacken können.

Unterwegs auf der Autobahn fiel mir auf, dass die Smartdichte doch erheblich abnimmt, je näher man der Grenze zu Dänemark kommt. Egal wo wir hier auftauchen, wir werden immer belustigt beäugt. Offensichtlich sind wir mit dem Auto echte Exoten. Immerhin haben wir am Samstag einen zweiten Smart gesichtet, auch aus Deutschland. Gestern ist uns der erste, und bisher einzige, dänische Smart begegnet. Der Fahrer grüßte uns freudig. Ein Brauch, der in Deutschland nahezu ausgestorben ist, früher haben sich auch dort fast alle Smartfahrer gegrüßt.

Das Ferienhaus ist toll, tatsächlich genauso gemütlich wie auf den Bildern des Vermieters im Internet.

Als wir ankamen, standen die gemieteten Fahrräder bereits auf der Terrasse. Wir freuten uns, weil es gemütliche Hollandräder sind. Ich bin seit einigen Monaten bekennender Omafietsfahrer. Endlich ein Fahrrad, auf dem ich keine Nacken- oder Rückenschmerzen bekomme. Gestern sind wir dann auch gleich zur ersten Tour mit den Rädern aufgebrochen. Es gibt einen sehr schönen Weg durch die Dünen und wir hatten Rückenwind. Was wir nicht bedacht hatten, auf dem Rückweg würde der Wind von vorne kommen. An der Küste weht der Wind ja gerne etwas stärker, gestern war so ein Tag. Gegenwind beim Radfahren ist eine unangenehme Sache, aber Gegenwind auf einem Hollandrad ist die Hölle. Durch die sehr aufrechte Sitzhaltung bietet man dem Wind eine große Angriffsfläche. Teilweise habe ich mich kaum noch von der Stelle bewegt. Schätzungsweise 90% der Strecke habe ich im ersten Gang zurückgelegt. Es war trotzdem ein sehr schöner Tag mit viel Sonne (und Wind).

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