Strahlendgrau

Hafenrandbetrachtungen

Monat: Juli 2012

Dänemark Tag 3 bis 9

Die erste Woche unseres Urlaubs ist schon vorbei, gestern haben wir „unser“ kleines Haus am Meer verlassen und sind einmal quer durch Dänemark an die Ostküste gefahren. Jetzt sind wir in Aarhus. Die Zeit an Westküste war wunderbar. Wir haben uns ordentlich den Wind um die Nase wehen lassen, die Weite der Natur genossen und einiges gelernt.

Die erste Lektion lernten wir bereits am ersten Morgen vom freundlichen Techniker unserer Ferienhausvermietung: Deutsches Toilettenpapier verträgt sich nicht mit dänischen Abflüssen, jedenfalls nicht mit den Abflüssen, die in Sickergruben enden. Vierlagiges-Deluxe-Soft-Papier hatte sich am Ende des Abflussrohrs festgesetzt und das Wasser floss nur noch sehr langsam ab, insbesondere in der Dusche.

Dusche, nächste Lektion: Ein Boiler, der vierzig Liter fasst, ist sehr knapp bemessen, wenn zwei Personen duschen wollen – ganz besonders, wenn während Person 1 duscht, Person 2 das Geschirr spült.

Im Badezimmer gab es ein possierliches Tierchen. Ich hielt es zunächst für ein normales Radio. Damit lag ich nicht ganz falsch, aber ich würde es trotzdem eher eine Zeitmaschine nennen. Nach dem Einschalten wurde man mit Hits aus den Achtzigern beschallt. Ich hätte das Hündchen beim ersten Benutzen beinahe fallen gelassen. Es lieft „Strangers by night“ von C. C. Catch. Der Versuch, einen anderen Sender einzustellen, scheiterte kläglich und so hörten fortan jeden Morgen die skurrile Auswahl von Radio Klitholm.

Das Ferienhaus lag etwas abseits, der nächste größere Ort war ca. 10 Kilometer entfernt. Hvide Sande. Dort haben wir in einer der Räuchereien fast täglich Fisch gekauft. Ganz besonders köstlich waren die geräucherten Krabben und der warm geräucherte Lachs. Wir haben auch frischen Fisch gekauft und ihn mit Gemüse in Alufolie gedünstet. Ich habe noch keinen frischeren Fisch verarbeitet. Köstlich! Wer bei dänischem Essen nur an rote Pölser im Hot Dog denkt, liegt ziemlich falsch.

Heute waren wir im ARoS, dem Aarhus Kunstmuseum mit der Attraktion „Your Rainbow Panorama“ von Olafur Eliasson. Sehr toll!

Am Abend waren wir in Aarhus im Restaurant Seafood am Yachthafen. Ich hätte mich am liebsten einmal quer durch die Karte gegessen. Alle Gerichte sahen sehr gut aus. Unser Menü war hervorragend. Das ganze bei strahlendem Sonnenschein mit Blick auf die Boote und das Wasser. Ein toller Abend.

Morgen geht es weiter nach Göteborg.

Dänemark Tag 1 und 2

Wir haben im März ziemlich spontan ein Ferienhaus in Dänemark gebucht. Damals war der Juli noch fern und wir haben uns nicht viele Gedanken gemacht, wie das mit einem Smart eigentlich gehen soll. Die meisten deutschen Urlauber nehmen ja ihren halben Hausstand mit nach Dänemark. Es wurden schon ganze Gefriertruhen auf Anhängern gesichtet. Ich war optimistisch „Der Kleine ist größer, als man denkt“.

Alle, die von unserem Plan erfuhren, lächelten milde und faselten etwas von Mietwagen, Anhänger oder Rucksack für den Smart. So blieb es die ganze Zeit bis zu unserer Abreise.

Als wir alles beisammen hatten, wurde mir schon etwas mulmig, die Liebste war sicher „Das passt nie alles ins Auto“. Glücklicherweise habe ich in meiner Jugend stundenlang Tetris auf dem Gameboy gespielt – es hat alles gepasst. Smart mit GepäckSmart mit Gepäck
Sogar das Kubb-Spiel konnte mit. Am Ende war sogar noch etwas Luft bis zum Dach, wir hätten also durchaus noch mehr einpacken können.

Unterwegs auf der Autobahn fiel mir auf, dass die Smartdichte doch erheblich abnimmt, je näher man der Grenze zu Dänemark kommt. Egal wo wir hier auftauchen, wir werden immer belustigt beäugt. Offensichtlich sind wir mit dem Auto echte Exoten. Immerhin haben wir am Samstag einen zweiten Smart gesichtet, auch aus Deutschland. Gestern ist uns der erste, und bisher einzige, dänische Smart begegnet. Der Fahrer grüßte uns freudig. Ein Brauch, der in Deutschland nahezu ausgestorben ist, früher haben sich auch dort fast alle Smartfahrer gegrüßt.

Das Ferienhaus ist toll, tatsächlich genauso gemütlich wie auf den Bildern des Vermieters im Internet.

Als wir ankamen, standen die gemieteten Fahrräder bereits auf der Terrasse. Wir freuten uns, weil es gemütliche Hollandräder sind. Ich bin seit einigen Monaten bekennender Omafietsfahrer. Endlich ein Fahrrad, auf dem ich keine Nacken- oder Rückenschmerzen bekomme. Gestern sind wir dann auch gleich zur ersten Tour mit den Rädern aufgebrochen. Es gibt einen sehr schönen Weg durch die Dünen und wir hatten Rückenwind. Was wir nicht bedacht hatten, auf dem Rückweg würde der Wind von vorne kommen. An der Küste weht der Wind ja gerne etwas stärker, gestern war so ein Tag. Gegenwind beim Radfahren ist eine unangenehme Sache, aber Gegenwind auf einem Hollandrad ist die Hölle. Durch die sehr aufrechte Sitzhaltung bietet man dem Wind eine große Angriffsfläche. Teilweise habe ich mich kaum noch von der Stelle bewegt. Schätzungsweise 90% der Strecke habe ich im ersten Gang zurückgelegt. Es war trotzdem ein sehr schöner Tag mit viel Sonne (und Wind).

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