Strahlendgrau

Hafenrandbetrachtungen

Jahr: 2007 (Seite 1 von 2)

Sätze die man nicht hören will (1)

Mein Zahnarzt am Dienstag nach einer 150 Minuten dauernden Behandlung:

Das war komplizierter als ich es mir vorgestellt habe.

Schietwetter

Ich kann hier am Sandtorkai mit Mühe noch erkennen wo die Überseebrücke ist, so stark regnet es. Hafengeburtstag-Wetter, dass muss so sein. Wenn ich die nächste Probefahrt für ein Cabrio vereinbare, schaue ich vorher den Wetterbericht an. Aber in einer Stunde haben wir sicher wieder strahlendgrauen Himmel…

Vollgesaut!

Heute war ich mal wieder in München. Wie immer mit einem viel zu frühen Flug. Um 5:00 Uhr hat der Wecker geklingelt. Im Flugzeug ist es dann passiert: Ich habe einen Kaffee mit Milch und Zucker bestellt und bekam einen Becher mit heißem Kaffee, ein Papiertütchen mit Zucker und so’n Töpfchen Kondensmilch. Dummerweise herrscht im Flugzeug über den Wolken ein anderer Luftdruck als auf dem Boden, was dazu führt, dass in dem am Boden luftdicht verlossenem Töpfchen mit Milch ein Überdruck ensteht. Dieser Überdruck macht es nahezu unmöglich an die Milch zu kommen, ohne sie auf dem Tisch, der Rückenlehne und natürlich auf Händen und Hose zu verteilen. Leider denke ich morgens vor 8:00 Uhr noch nicht an solche Konsequenzen und ärgere mich immer wieder über die verursachte Sauerei. Immerhin habe ich heute keine Mitreisenden besudelt.

Kann man da nicht mal irgendwas tolles erfinden? Also nicht sowas ekliges wie Kaffeeweißer oder so, Kondensmilch ist schließlich schon schlimm genug, ich denke mehr an einen Milchtopf mit angepasstem Innendruck – das muss doch irgendwie gehen.

Ich jedenfalls werde beim nächsten Flug wieder Tee mit Zitrone trinken.

Amsterdam (2) – Der frühe Vogel…

ReiherBei einem unserer Spaziergänge durch Amsterdam sind wir eine ganze Zeit an der Prinsengracht entlang gegangen. Unser Ziel war Jordaan ein ehemaliges Arbeiterviertel aus dem 17. Jahrhundert das sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Szenestadtteil eintwickelt hat. Es gibt viele Cafés, Bars, Kunstgeschäfte und Galerien. Samstags ist Markt, den wollten wir besuchen. Unterwegs sahen wir am anderen Ufer einen Reiher auf einem Autodach sitzen – mitten in der Stadt. Der Vogel tapste auf dem Dach hin und her und sah sich um. Selbst Passanten die dicht an ihm vorbei gingen störten ihn nicht. Nach einiger Zeit schaute er hektisch nach oben zu einem Fenster. Ein Mann erschien, öffnete das Fenster und warf dem Reiher etwas zu fressen nach unten. Es schien als wäre das ein tägliches Ritual zwischen den beiden. Kaum hatte der Reiher sein Frühstück verputzt, machte er sich davon.Bei unserem Spaziergang entdeckten wir auch das Café de Prins, das hatten wir am Tag zuvor vergeblich gesucht. Also war nicht nur mein Koffer einen Tag verspätet.

Amsterdam (1) – Wenn Einer eine Reise tut…

Amsterdam canal housesdann kann er was erleben. Stimmt! Das verlängerte Wochenende in Amsterdam fing mit einem entspannten Flug an. Danach war ich dann aber auch schon in Holland in Not. Alle anderen hatten ihr Gepäck schon, nur ich und zwei Asiaten standen noch am Gepäckband, das noch lief. Irgendwann blieb das Band stehen und auf der Anzeige erschien „All baggage unloaded“. Wunderbar! Also auf zur Gepäckermittlung, Koffer beschreiben, Angaben zum Inhalt machen, Heimatanschrift und Hotelanschrift nebst Telefonnummer hinterlassen und dann leicht geknickt alle 23 Gepäckbänder aufsuchen, in der Hoffnung der Koffer steht da irgendwo rum. Natürlich stand er da nicht. Also machten wir uns etwas deprimiert auf den Weg zu unserem Hotel, welches laut Reiseführer mitten im Rotlichtviertel von Amsterdam sein sollte. Weiterlesen

Sendepause

In den nächsten Tagen wird hier nichts passieren. Nachher geht es zum Flughafen und dann für ein verlängertes Wochenende ab nach Amsterdam. Genießt das schlechte Wetter in Hamburg und im Rest von Deutschland. Ich freue mich auf Sonnenschein – die Hoffnung stirbt zuletzt.

Rückblick, Ausblick, Durchblick(?)

Ein bisschen merke ich es schon, die ersten Schritte nach längerem Sitzen schmerzen, der Rücken ist rund, die Ringe unter den Augen werden seit zwei Wochen mit spezieller Augenpflege behandelt, Zwanzigjährige sprechen mich mit „Sie“ an, nach drei Treppenabsätzen schmerzt entweder das rechte oder das linke Knie, meine Stirn wächst – Ich werde langsam alt.

Vorhin am Telefon ist mir aufgefallen, dass ich jetzt halb so alt bin wie mein Vater. Ich hoffe in seinem Alter genauso fit zu sein wie er es heute ist. Bis dahin habe ich ja noch weitere 35 spannende Jahre Zeit.

In all den Jahren ist ganz schön was los gewesen. Als ich geboren wurde gab es kein Internet, heute ist es so selbstverständlich, dass man an den unglaublichsten Orten nach einem Internetanschluß fragt. Wir reden ja fast nur noch von Web 2.0, eine schöne Erklärung der wichtigsten Begriffe und Seiten gibt es bei Spreeblick. Mir gefällt besonders die Beschreibung von Voice over IP:

Durch Voice-Over-IP-Technologie ist es möglich geworden, ohne einen Telefonanschluss zu telefonieren. Man benötigt dazu lediglich einen Highspeed-DSL-Anschluss, den viele Kommunikationsdienstleister im Paket mit einem Telefonanschluss anbieten.

Aber es gab deutlich wichtigeres als die Evolution des Internets. Allein in den letzten 20 Jahren ist soviel passiert. Vor 20 Jahren hat kaum jemand geglaubt, dass Deutschland irgenwann nicht mehr geteilt ist. Hätte mir vor 20 Jahren jemand erzählt, dass Arnold Schwarzenegger mal Gouverneur von Kalifornien wird, es hätte mich erstens nicht interessiert und zweitens hätte ich es nicht geglaubt. Viele Dinge, mit denen niemand gerechnet hat, sind passiert und werden auch weiterhin passieren. Heute werde ich zum Beispiel meinen ersten Käsekuchen backen, damit hat wohl auch niemand gerechnet. Ach ja, aufräumen muss ich ja auch noch…

Frühjahrsputz

Der bereits beschriebene Anflug von Tatendrang ist noch nicht vorüber. Ich habe zum Beispiel die Vorhänge aus dem Wohnzimmer gewaschen. Ein bisschen entsetzt war ich schon, als ich sie aus der Waschmaschine holte. Sie sind unglaublich weiß und leider auch unglaublich kurz. Ich hoffe sehr, dass sie sich noch ein bisschen strecken, 10 cm wären nicht schlecht.

Auch strahlendgrau.de ist dem Fruhjahrsputz nicht entgangen. Ein neuer Kopf und lesefreundliche Schriftarten waren der Anfang. Mit einem neuen Theme ist die Aufräumarbeit beendet. Sieht dem alten sehr ähnlich, soll es auch.

Versuchung

Durch die aktuelle Wetterlage war ich kurz versucht die Domain strahlendblau.de zu registrieren. Frei wäre sie ja, aber nur weil mal gutes Wetter ist gleich die Domain zu wechseln … nein, das wäre dann doch übertrieben.

Einmal im Jahr

Einmal im Jahr kommt dieser Tag. Meistens passiert es im März. Man steht morgens auf, öffnet das Rolo vor dem Küchenfenster und plötzlich ist der ganze Hof voll mit blühenden Krokussen. Vorgestern war von ihnen eigentlich nichts zu sehen und heute ist alles lila. Schön!

Der Kaffee schmeckt an diesem Tag auch irgendwie besser. Vermutlich weil ungewohnt viele Sonnenstrahlen mein Gesicht treffen. Irgendwas bewirkt diese erhöhte Dosis Tageslicht in mir. Urplötzlich stecke ich voller Tatendrang und fühle mich in meiner Wohnung nicht richtig wohl. Die Vorhänge sind so dreckig und die Fenster erst. Und dann passiert das, was jedes Jahr am ersten, sonnigen Wochenende im März passiert. Ich hole einen Eimer und fülle ihn mit Wasser. Dann suche ich eine kleine Ewigkeit nach diesem dusseligen Ding. Meist finde ich ihn ganz hinten und unten im Schrank. Da, wo ich ihn vor ungefähr einem Jahr hingelegt habe – den Mikrofaserfensterputzer.

Als nächstes stehe ich dann vor dem Wohnzimmerfenster und entferne den Dreck der letzten zwölf Monate – und da kommt ganz schön was zusammen. Die anderen Fenster werden natürlich auch geputzt. Danach wird der Mikrofaserfensterputzer gründlich ausgespült und auf dem Heizkörper getrocknet. Morgen lege ich ihn wieder ganz nach hinten und ganz nach unten in den Schrank. Ich brauche ihn ja erst in einem Jahr.

Der zweite Kaffee schmeckt dann noch besser. Durch die sauberen Fenster erreichen mich schließlich noch mehr Sonnenstrahlen.

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